down AfD BW | Hohenlohe / Schwäbisch Hall

Offener Brief des Vorstands der AfD Hohenlohe/Schwäbisch Hall an die Redaktion des Haller Tagblattes

KV-HOHENLOHE-SCHWAEBISCHHALL - 29.03.2017

Sehr geehrte Damen und Herren,

mit großem Befremden nehmen wir die zunehmend einseitige und negative Berichterstattung ihrer Zeitung gegenüber der AfD wahr.

Wir gewinnen den Eindruck, dass es ihnen immer weniger um objektive und ausgewogene Berichterstattung geht, sondern um Beeinflussung der Leserinnen und Leser im Zuge des beginnenden Bundestagswahlkampfes. Augenscheinlich fällt es Teilen der Redaktion zunehmend schwer, zwischen persönlichen politischen Überzeugungen und einer objektiven und neutralen Information ihrer Leserschaft zu unterscheiden. Ihnen ist sicher bewusst, dass Sie in der Raumschaft als Tageszeitung eine Monopolstellung haben, die zu einer besonderen Verantwortung verpflichtet. Wir bringen klar zum Ausdruck dass es sich hier nicht um einen Pauschalvorwurf an die Redaktion in ihrer Gesamtheit von unterschiedlichen Menschen handelt. Die Verwendung von Begriffen wie „Lügenpresse“ lehnen wir ab. Mehrere Artikel, die in der letzten Zeit erschienen sind, geben für diesen Brief den Ausschlag.

Einige Beispiele gefällig ?

Chefredakteur Markus Haas bezichtigt die AfD in ihrem Bemühen um die Aufklärung der Vorgänge im Zuge der Immobilienaffäre des Oberbürgermeisters der „Unfähigkeit und des bloßen Wählerfangs.“ Eine Frage, Herr Haas . Selbst wenn Wählerfang eine Rolle spielte, welche Partei tut dies nicht? Wo bleibt die Honorierung, dass wenigstens eine Partei versucht, diesen unsäglichen „Haller Sumpf“ aufzudecken und auszutrocknen?

Redakteur Korte bezichtigt die AfD in seinem Kommentar bezüglich der Rolle und Haltung der AfD in der Frage der Abgeordnetenvergütung sie würde „kaum etwas auf die Reihe zu kriegen“. Eine Frage, Herr Korte. Welche Partei im Landtag in Baden-Württemberg hat die mit Abstand meisten Anfragen gestellt und damit zur Aufklärung der Öffentlichkeit beigetragen? Sie wissen, es ist die AfD das Salz in der Suppe des parteipolitischen Einheitsbreies; auch ohne Regierungsverantwortung.

Redakteur Norbert Acker schießt nach seinem Bericht über die Aschermittwochsveranstaltung Bühlerzell, der bereits die Grenze zwischen Berichterstattung und Meinung deutlich überschreitet, in seinem Kommentar vom 4.3.2017 den berühmten Vogel ab. Das „Werk“ kann man nur als widerliche Hetze bezeichnen. Beispiele gefällig ? „Die AfD beschreitet den Weg in die Dunkelheit.“ „Beim Zuhören des Parteiphilosophen Jongen kann man nur Bauchschmerzen bekommen“; „Bundestagskandidat Stefan Thien droht in Reichsbürgermanier“; um nur einige wenige zu nennen. So etwas nennt man leider Schmierenjournalismus.

Außerdem scheint es, Herr Acker, dass Sie es leider mit der Wahrheit nicht so genau nehmen. Bei der Berichterstattung über die Stellungnahmen der Hohenloher Abgeordneten zu den “Angriffen des türkischen Ministerpräsidenten Erdogan“, vom 8.3.2017 behaupten Sie, dass der AfD Landtagsabgeordnete Udo Stein bis Redaktionsschluss keine Stellungnahme abgegeben habe. Die Stellungnahme liegt dem Vorstand vor. Diese ging am 7.3.2017 um 14:21 Uhr nachweislich bei der HT Redaktion per Mail ein. Wollen Sie im Ernst behaupten, dass um 14:21 Uhr schon Redaktionsschluss für die Zeitung des nächsten Tages ist? Es ging Ihnen vermutlich ausschließlich darum, eine treffende und kritische Stellungnahme zum Gebaren der türkischen Politik auf deutschem Boden, der sich ein Großteil der Leser problemlos hätte anschließen können, auszublenden. Im Übrigen gibt es noch den Landtagsabgeordneten Anton Baron, den sie anscheinend gar nicht befragt haben.

Es stimmt uns allerdings zuversichtlich, dass dieses Gebaren anscheinend zunehmend auch Leserinnen und Lesern auffällt, die nicht Mitglied unserer Partei sind und ihre einseitige und unfaire Behandlung der AfD in Leserbriefen offen angreifen. So beispielsweise Herrn Haas, dem in einem Leserbrief vom 2.3.2017 „abgrundtiefer Hass gegenüber der AfD“ unterstellt wird oder vom 27.2.2017, in dem Herrn Korte „jeglicher Ansatz von Sachlichkeit“ abgesprochen wird. Apropos Leserbriefe: Immer wieder erreichen uns Hinweise, dass bei kritischen Meinungsäußerungen die Veröffentlichung verweigert, bzw. rigoros weggestrichen wird. 

Unsere Erwartungen: 

  1. Hören Sie auf damit, knapp 20 % ihrer Leserinnen und Leser, die die AfD im März 2015 im Landkreis gewählt haben, bereits bei der morgendlichen Zeitungslektüre „ins Gesicht zu schlagen“. Es sind mündige Bürger und Steuerzahler, die sich ein eigenes Urteil bilden können und keine vorgezogene Wahlbeeinflussung benötigen. Es sind Ihre Kunden, die Sie letztlich bezahlen. Viele unserer Mitglieder sind Abonnenten ihrer Zeitung.
  2. Kehren sie deshalb zurück zu einer ausgewogenen, sachlichen und neutralen Berichterstattung, auch wenn es einzelnen schwer fallen mag, über den eigenen anders gefärbten politischen Schatten zu springen. Versuchen Sie, Ihre persönlich Abneigung und Verachtung einigermaßen im Griff zu behalten. Überlassen Sie die Politik den Politikern und konzentrieren Sie sich auf ihr journalistisches Handwerk als vierter Gewalt im Staat.
  3. Beenden Sie die Strategie der selektiven Berichterstattung über die AfD, in der negative Aspekte sehr ausführlich, die positiven jedoch sehr verkürzt dargestellt bzw. ganz ausgeblendet werden. Ein Beispiel im Großen. „Grenzwertige“ Aussagen von Björn Höcke in seiner Dresdner Rede wurde tagelang ausgeschlachtet. Die Einstellung aller Strafverfahren durch die Staatsanwaltschaft, weil kein Verstoß die Meinungsfreiheit, war eine Randnotiz. Auch beim kürzlich durch die Parteiführung vorgestellten umfangreichen Programm der AfD für die Bundestagswahl, wurde die Strategie des Manipulierens durch Weglassen angewendet.
  4. Wir erwarten im kommenden Bundestagswahlkampf eine neutrale und faire Berichterstattung mit der entsprechenden Vorstellung unseres Bundestagskandidaten Stefan Thien den sie bisher entweder in die Nähe von Reichsbürgern rücken oder gleich ganz ausblenden.
  5. Politisch intolerante Subjekte, welche die AfD im Wahlkampf zu behindern versuchen, Sachbeschädigungen begehen oder Gastwirte bedrohen, sind von Ihnen als das zu benennen was sie sind, nämlich als Straftäter und als diskursunfähige Demokratiefeinde.
  6. Beenden Sie Ihre Angewohnheit, in Berichten, in denen Landespolitiker befragt werden, die AfD am Schluss zu Wort kommen zu lassen. Die AfD ist die drittstärkste Fraktion im Landtag von Baden-Württemberg. Deshalb steht Ihnen in der Berichterstattung dort dieser Platz zu.
  7. Lassen Sie es sein, bei veröffentlichten Bildern, die AfD bzw. die AfD- Politiker in einem möglichst schlechten Licht erscheinen zu lassen. Dies gilt für Portraitaufnahmen, aber auch für Situationsdarstellungen. Diese leicht durchschaubaren Spielchen kennen wir. Herr Arslan ist hier sicher lernfähig und lernwillig.

Da wir nicht sicher sind, ob unser offener Brief bei Ihnen, sehr geehrte Damen und Herren der Redaktion des Haller Tagblattes, auf offene Ohren und vor allem auf offene Herzen trifft, werden wir ihn zur Unterstützung unseres Anliegens allen Mitgliedern mit der Bitte zukommen lassen, ihn möglichst weiträumig im Bekanntenkreis und Leserkreis weiterzureichen. Unter Nutzung der entsprechenden Multiplikatoren werden wir den Brief einer weiten Verbreitung zuführen. Außerdem wird er unterstützend sowohl auf der lokalen Facebook-Seite als auch auf der Homepage der AfD Hohenlohe/Schwäbisch Hall veröffentlicht. Wir erwarten keine Sonderbehandlung, sondern Fairness und Gleichbehandlung im politischen Wettbewerb. Vielen Dank für Ihr Verständnis .Für den Dialog stehen wir nach wie vor zur Verfügung.

 

Mit freundlichen Grüßen

Der Vorstand der AfD Hohenlohe/ Schwäbisch Hall 

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